Zeiten, Preise, Ort  |  Bilder  |  Aktuelles

Turnendes KindIm Abenteuer-SpielRaum ist schon alles vorbereitet. Eine vielseitige Bewegungslandschaft aus Leitern, Stegen, Stangen und ein großes Kletterkreuz laden die Kinder zum Hangeln und Balancieren ein. Ein Rutschbrett führt in ein großes Korkenbad, und ein Holzsteg weist den Weg hinauf auf einen hohen Schrank, der als Ausguck genutzt wird. Die Kinder haben ihre Schuhe und Strümpfe ausgezogen und sind schon ganz gespannt, was es heute mit den Hengstenberg-Geräten zu erleben gibt.

Nacheinander und in ruhiger Atmosphäre entlässt die SpielRaum-Leiterin die Kinder in den Bewegungsraum und zu den Geräten ihrer Wahl. Sie wird nun sehr aufmerksam darauf achten, dass die Kinder die abgesprochenen Spielregeln einhalten. Ansonsten hält sie sich mit Anregungen und Bewertungen zurück, um die Eigeninitiative der Kinder nicht zu unterbrechen. Die Kinder erfahren sehr bald: Wenn ich mich nicht gut festhalte, falle ich auf den harten Boden. Wie im richtigen Leben liegen nämlich keine weichen Matten darunter, die zum Fallenlassen und Toben ermuntern. Nur Achtsamkeit und Rücksichtnahme ermöglichen das sichere gemeinsame Spiel auf den Geräten.

Da die SpielRaum-Leiterin im Abenteuer-SpielRaum keine Hilfestellung gibt und die Kinder auch nicht durch Lob anfeuert, vergessen die Kinder im Idealfall deren Anwesenheit fast völlig. Wenn der Aufbau der Geräte sicher ist (wovon sich der Erwachsene immer wieder überzeugen muss), und die Kinder bei ihren Kletterexperimenten nicht gestört werden, entwickelt sich bald eine Atmosphäre der selbstbestimmten und freudevollen Bewegung, die tief im Inneren wurzelt. Die Eigensicherungsfähigkeit der Kinder wird spürbar und gibt der betreuenden Pädagogin ein Gefühl der Gelassenheit und des Vertrauens in deren natürliche Fähigkeiten. Wenn einmal an Regeln erinnert werden muss, spricht sie die Kinder in ruhigem Ton direkt an. Bei Bedarf wird sie zwischendurch eine Auszeit einschieben, die den Kindern innere Sammlung und Beruhigung ermöglicht.

Kinder auf Hengstenberg-Geräten
Im Zentrum der Bewegungsstunden steht die Auseinandersetzung mit der Schwerkraft beim Balancieren auf Leitern, Stegen, Stangen und Kippelhölzern. Sie führt zu einer Aufrichtung und Streckung des Körpers und damit zu einer deutlichen Verbesserung der Muskelspannung, der Körperhaltung und der Atmung. Das Kind kommt nach und nach ins Lot, nimmt seinen eigenen Körper bewusster wahr und erfährt damit eine Stabilisierung seiner ganzen Persönlichkeit.

Im Sinne von ganzheitlicher Psychomotorik sammeln die Kinder im Abenteuer-SpielRaum nicht nur Erfahrungen im motorischen und sensorischen Bereich, sondern auch im sozialen Miteinander und im Bereich der Sprache. Wenn die SpielRaum-Leiterin respektvoll mit den Kindern spricht und ihre Konflikte einfühlsam begleitet, schafft sie hierdurch eine Atmosphäre der Gewaltlosigkeit, die frei ist von Forderungen und zu selbständigen Bewegungsexperimenten einlädt.

Kinder, deren Bewegungsentwicklung langsamer oder unter erschwerten Bedingungen verläuft, können bei Bedarf in einer kleineren Gruppe unter Begleitung einer Physiotherapeutin und einer Motopädagogin ihre motorischen Fähigkeiten erproben.

In die Arbeit des Abenteuer-SpielRaum fließen neben den Erkenntnissen und Empfehlungen von Elfriede Hengstenberg auch Impulse von Emmi Pikler und Marshall B. Rosenberg (Gewaltfreie Kommunikation) mit ein.